9. Juli 2026

Versäumnisse rächen sich. Es gibt Experten, die glauben sogar, sie rächen sich bitter. Ich für mein Teil ignoriere Longlist und Shortlist zum Buchpreis, seit es sie und ihn gibt. Denn diese Mittel, dem großen Feuilleton eigene Suche nach Büchern zu ersparen, die unbedingt besprochen werden müssen, damit die Besucher von Verni- und Finissagen etwas zu bereden haben mit Sektkelch in der Hand, gelten allein dem Roman. Der ganze Rest an Literatur ist außerhalb des Blickfeldes. Und so kommt es, dass jemand, der schon mehrfach in Longlist und Shortlist auftauchte, plötzlich und unerwartet nach diversen weniger bekannten nun den renommiertesten aller Preise zugesprochen bekommt. Den Georg-Büchner-Preis. Aus Darmstadt, richtig. Die Preisträgerin heißt Christine Wunnicke, Jahrgang 1966, hat also die allererste Jugend auch schon hinter sich. Johannes Jansen, ebenfalls Jahrgang 1966, schien mir, Jahrgang 1953, einst ein junger Schnösel. Ich werde also alt.


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